Was sind eigentlich negative Gedanken ?

Negative-Gedanken

“Die Gedanken erschaffen deine Realität”
“Gedankenhygiene”
“positiv Denken”
wir alle haben davon schon einmal gehört oder gelesen. Demnach wird Glück durch negative Gedanken regelrecht zerstört. Doch wie machtvoll sind negative Gedanken wirklich?

Wer etwas im Leben erreichen will, braucht Mut, Optimismus und den Glauben an sich selbst. Klingt alles einleuchtend, wären da nicht ständig die negativen Gedanken, die uns an uns selbst zweifeln lassen und uns scheinbar ausbremsen. Viele Menschen betreiben deshalb Gedankenhygiene. Sobald ein negativer Gedanke aufkommt, wird er sofort durch einen positiven ersetzt. Bringt uns das positive Denken wirklich weiter?

 

Kritik

Negative Gedanken sind kritische Gedanken. Ohne sie wären wir heute in unserer Entwicklung nicht da, wo wir sind. Es waren die “Negativ-Denker”, die Bestehendes immer wieder in Frage gestellt und angezweifelt haben. Kritisches und negatives Denken ist deshalb nach wie vor wichtig, um Missstände aufzuzeigen und Gegebenes zu hinterfragen, anstatt alles gottgegeben hinzunehmen.

Was aber ist mit den Pessimisten, für die grundsätzlich alles in der Welt erst einmal schlecht ist? Diese “Spezies” empfindet viel Freude und Genugtuung am negativen Denken, was aus übergeordneter Perspektive völlig legitim ist, denn niemand macht etwas, was er eigentlich nicht will. Pessimisten haben von der Schöpferebene aus betrachtet das negative Denken als momentanes Lebenskonzept gewählt. Sie tun dies so lange, bis sie irgendwann aufwachen und Dinge entdecken, die ihnen einfach mehr Freude bereiten.

 

Macht uns negatives Denken depressiv ?

Allgemein verbreitet ist, dass negative Gedanken Depressionen auslösen. Das tun sie in gewisser Weise auch, nur sollten wir auch eine Ebene tiefer schauen, warum sie überhaupt “gedacht” werden. Gedanken sind nämlich, wie fälschlicherweise angenommen, nichts “Eigenständiges”, sondern einfach nur Übersetzer, ein Sprachrohr sozusagen. Wenn ich mich zum Beispiel unglücklich fühle, wird mein Kopf dazu die passenden Gedanken kreieren. Warum ? Weil die meisten Menschen nicht fähig sind, einen emotionalen Zustand aus sich selbst heraus zu verändern. Wir brauchen dann einen Grund oder eine Erklärung, welche wie ein Link funktionieren, damit wir wieder Zugang zu einem Gefühl bekommen. Ein Gedanke ist immer erst einmal neutral, d.h. ich kann hundert mal denken, dass ich unglücklich bin oder die Welt so schlecht ist, der Gedanke für sich allein wird gar nichts bewegen, solange ich ihn nicht an ein Gefühl koppele. Oder andersherum gesagt, wenn wir traurig sind, weil uns vielleicht jemand verlassen hat, dann erklären uns unsere negativen Gedanken, warum wir traurig sind, was uns wiederum davor bewahrt, in dem Gefühl völlig hilflos zu ertrinken.

Wie wird man dann von negativen Gedanken depressiv ? Depression entsteht durch massive Unterdrückung von Gefühlen wie Wut, Neid oder Trauer. Wir müssen für dieses “nicht haben wollen“ so viel Kraft aufwenden, dass wir dadurch oftmals völlig erschöpft sind. Die negativen Gedanken fungieren dabei als quasi “letztes Ventil”, um uns Luft zu verschaffen und unsere Energie wieder in Bewegung zu versetzen. Durch diese Art von Bewusstwerdung entsteht eine Rückkopplung, die uns dazu bringt, unsere verdrängten Gefühle wie z.B. Trauer wieder zuzulassen und wahrzunehmen .

 

Verbindungen erkennen

Negative Gedanken tun uns nichts, das betrifft auch die Gedanken anderer Menschen. Wenn jemand negativ über uns denkt, können wir zuerst bei uns selbst schauen, was es in uns auslöst. Oftmals kommen durch die Kritik anderer Menschen auch hier Gefühle wie Wut oder Traurigkeit an die Oberfläche, die gesehen werden wollen.

Betrachten wir Gedanken mit der Yin/Yang Symbolik, so beinhaltet jeder negative Gedanke auch etwas Positives und umgekehrt. Jeder Unternehmer weiss das und nutzt das kritische Denken, um Fehlern im Vorfeld zu begegnen und Projekte auf sichere Füsse zu stellen. Auf der persönlichen Ebene helfen uns negative Gedanken Zustände zu hinterfragen und Gefahren rechtzeitig zu erkennen. Richten sich die Gedanken gegen uns selbst (wenn wir uns zum Beispiel wert- oder nutzlos fühlen), sollten wir den dabei aufkeimenden Gefühlen die grössere Aufmerksamkeit schenken. Meistens will etwas wieder “gefühlt” werden, was wir zuvor verdrängt haben. Unsere negativen Gedanken funktionieren dann wie ein Link, um wieder Zugang zu uns selbst zu bekommen und uns wieder mehr zu “spüren”. Wenn wir dies zulassen, geht es uns dann meist gleich viel besser und die vermeintlich negativen Gedanken treten wie von selbst in den Hintergrund, denn sie haben ihre Aufgabe erfüllt.