Spirituelle Entwicklung, von wo – wohin ?

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Spirituelle Entwicklung ist ein spannendes und sehr beliebtes “Spiel” in der esoterischen Welt. Viele Techniken stehen zur Verfügung, um den geistigen Durchblick zu schärfen und zu erweitern. Was erwartet uns, wenn wir angekommen sind ?

Spirituelle, oder auch geistige Entwicklung gilt als das höchste und edelste Lebensziel überhaupt. Wer das Leben verstehen will, kommt um geistige Klarheit nicht herum. Gerade Ende des letzten Jahrhunderts, während der “Esoterikwelle”, war es sehr beliebt, sich einem Meister anzuschliessen, Einweihungsgrade anzustreben oder altes Karma zu bearbeiten und aufzulösen. Ein angstfreies Leben gehörte genauso dazu wie verschiedene Meditationstechniken, Aurareinigungen, Schutzrituale sowie Vergeben und Wünschen, was uns den Weg erleichtern sollte. Obwohl viele Menschen dadurch zwar geistig freier wurden, blieb der Alltag bei vielen dabei auf der Strecke.

 

Die Suche nach dem Sinn

Was treibt uns an, uns überhaupt auf solch einen Weg zu begeben ? Es ist der Alltag selbst, denn mit ihm kommen wir meist nicht mehr klar. Es fehlt der tiefere Sinn, in der Arbeit, in den täglichen Verpflichtungen, in der Kindererziehung und im Muttersein, kurz in allem, was uns in eine Routine zwängt. Jeder von uns kennt das oder hat das schon einmal empfunden. Und jeder war schon einmal an einem Punkt, an dem er sich gefragt hat “ist das alles?”.

 

Die geistige Welt

Die Beschäftigung mit spirituellen oder geistigen Themen ist natürlich erst einmal völlig wertfrei zu betrachten. Dazu sollten wir uns aber vergegenwärtigen, was das Geistige überhaupt ausmacht. Das Geistige ist eigentlich nicht definierbar. Es umfasst alles, was vorstellbar und nicht vorstellbar ist. Auch existiert keine Zeit, es ist immer alles vorhanden und gleichzeitig da. Es herrscht Wertfreiheit, alles ist, nichts ist besser oder schlechter, höher oder tiefer, klarer oder unklarer oder langsamer oder schneller “schwingend”. Einen geistigen Aufstieg kann es deshalb nicht geben.

Um uns auf einen spirituellen oder geistigen Weg zu begeben, müssen wir das Alte, Vergangene erst einmal abwerten, damit das Zukünftige erstrebenswert wird. Für viele Menschen ist deshalb die Vergangenheit bis hin in die Gegenwart ein unreifer, unerleuchteter Zustand, den es zu überwinden gilt. Geistig gesehen ist die Vergangenheit aber genauso präsent wie die Zukunft und nicht besser oder schlechter. Aus der Schöpferperspektive sind wir sowieso immer alles, während unseres gesamten Lebenszyklus auf der Erde und darüber hinaus. In der dreidimensionalen Ebene haben wir jedoch nicht alle unsere “Frequenzen”, sprich Fähigkeiten, aktiviert, was uns das Gefühl von Unvollständigkeit gibt. Oder andersherum gesagt, wenn wir etwas “ent”-wickeln wollen, müssen wir es zuvor eingewickelt haben.

Ist spirituelle oder geistige Entwicklung also tatsächlich der Sinn des Lebens, wenn, geistig betrachtet, sowieso schon alles da ist und wir je nach Bedarf einfach nur darauf zugreifen müssten ? Wir versuchen, im Aussen etwas zu finden, was uns weiterbringt, anstatt uns einfach nur daran zu erinnern, dass wir, geistig gesehen, schon längst vollkommene Wesen sind. Und das kann man innerhalb eines Augenblicks, anstatt einen lebenslangen Entwicklungsweg gehen zu müssen. Genau genommen sind wir alle schon da, wo wir versuchen hinzukommen. Das ist etwa so, wie wenn ich sage, ich habe einen physischen Körper und muss erreichen, dass ich einen physischen Körper habe.

 

Eigenwahrnehmung – Selbstliebe

Aber sollten wir nicht alle geistig reifer werden ? Geistige Reife ist nichts weiter als sehen, was ist. Dazu braucht es keine Anleitung und auch keinen langen Weg. In dem Moment, wo wir eine Situation (an)erkennen, haben wir schon die Verantwortung, d.h. unseren Teil daran übernommen und befinden uns auf der Schöpferebene, aus der heraus wir alles ändern können.

Für viele Menschen ist die Liebe der zentrale Fokus ihres menschlichen Daseins. Sie glauben jedoch, sie müssten sich zur Liebe hinbewegen oder gut und positiv sein, damit sie in der Liebe sein können. Tatsächlich bewegen wir uns immer in der Liebe, denn auf der Erde ist dies die Energie, die alles zusammenhält und vereint. Wenn wir das Gefühl haben, wir könnten keine Liebe empfinden, dann nur deshalb, weil wir keine Spiegelung im Aussen sehen. Alles ist dann sinnlos und grau. Wir ziehen uns zurück, zum Beispiel wenn wir krank sind, um energetisch gesehen die Liebe in uns wieder zu spüren und zu aktivieren. Meistens passiert das interessanterweise, wenn wir mit uns alleine sind, denn dann ist unsere Eigenwahrnehmung am höchsten. Spüren wir uns und unser Herz dann wieder gut, erzeugen wir damit eine Bewegung im Aussen, indem wir zum Beispiel etwas tun oder erschaffen, was uns Freude macht. Das Erschaffene wirkt dann wiederum wie eine Spiegelung, die die Liebe und Freude wieder zu uns zurückreflektiert. Menschen, die das lieben, was sie tun sind deshalb in einem permanenten Liebes-Energie-Austausch mit der Umwelt.

Spirituelle Wege und geistige Weiterentwicklung sind Auslaufmodelle aus dem Fischezeitalter, als es noch darum ging, ein fiktives Ziel anzustreben und dabei möglichst perfekt zu sein, um dann, irgendwann angekommen, im “Sein” zu verharren. Ich möchte das nicht abwerten, bin mir aber sicher, dass wir in der neuen Zeit, die gerade begonnen hat, den leichteren Weg nehmen können.