Über das Altern

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In die Jahre kommen, Altersweisheit, Rentnerdasein.. wir alle bekommen diese Worte immer wieder zu hören. Unweigerlich steckt man uns mit jedem neuen Lebensjahr ein bisschen mehr in die Schublade der “Älteren”, denn nichts im Leben scheint so sicher zu sein, wie das Altern. Doch stimmt das wirklich ?


Die vielzitierte Lebens”erwartung” liegt heute im Durchschnitt zwischen 70 und 90 Jahren. Das dies nicht immer so war, bewies bereits das alte Testament. Laut diesem brachte es Methusalem auf stattliche 969 Jahre, sein Vater Henoch erreichte immerhin 365 Jahre, wobei dieser offiziell nicht starb, sondern seelisch “entrückt” wurde. Die Hunzas werden auch heute noch bis zu 120 Jahre alt, ebenso einige auf kleineren Inseln lebende Japaner. Dafür schaffen die Eskimos gerade mal 50 Jahre. Nun könnte man dies mit bestimmten Lebensbedingungen wie Klima, Ernährung usw. In Verbindung bringen, was auch tatsächlich einen (wenn auch geringen) Einfluss auf das Alter haben kann. Nach neusten Erkenntnissen ist es jedoch so, dass sich unsere Zellen völlig autark regenerieren, was wiederum die Frage aufwirft:

 

Woran erkennen wir überhaupt das Altern ?

Viele sogenannten Indikatoren sind hierfür im Angebot, die uns glauben machen wollen, dass wir unsere Lebensmitte unweigerlich überschritten haben. Dazu zählen zum Beispiel graue Haare, Haarausfall, Falten, Unbeweglichkeit (körperlich und geistig) sowie diverse körperliche Gebrechen wie Inkontinenz, Sehstörungen und Hörprobleme.

 

Alterslose Zellen

Das Altern im Körper zu lokalisieren ist bislang noch keinem Forscher wirklich gelungen, da sich unser Körper in einen permanenten Zellauf- und Abbauprozess befindet und sich dadurch vollständig regeneriert. Circa alle 7 Jahre sind wir auf physischer Ebene einmal komplett ausgetauscht, wobei es Zellen gibt, die sich schnell regenerieren, wie z.B. unsere Hautzellen, und Zellen, die erst nach Jahren ersetzt werden. Unsere Organe sind demnach immer jung, was sich z.B. die Organtransplantation zunutze macht. Immerhin hat unsere etablierte Wissenschaft festgestellt, dass sich die Telomere (die Enden unserer Chromosomen) im Alter verkürzen können, was zu einer Verminderung der Zellregeneration führen kann. Allerdings weiss man nicht, warum das so ist, wohl aber, dass Stress eine wesentliche Rolle in diesem Prozess spielt. Haben wir das Altern demnach selbst in der Hand ?

 

Altern erzeugt Stress

Unsere Kinder freuen sich bis zum Ende ihrer Teenagerzeit über jedes Jahr, das sie älter werden. Wichtige Reife- und Abnabelungsprozesse erfüllen sie mit Freude auf die kommende Eigenständigkeit und Verantwortung. In der darauf folgenden Zeit klinken sich die meisten von uns in vorgegebene Systeme (Beruf, Beziehung, Familie) ein und sind damit für eine ganze Weile “beschäftigt”. Doch spätestens wenn die Kinder aus dem Haus, der Partner nicht mehr interessant und der Job nur noch ein Job ist, fängt das Grübeln an und uns wird immer mehr vor Augen geführt, dass wir nur noch eine bestimmte Zeitspanne zur Verfügung haben. Jedes Jahr wird damit kostbarer, aber auch anstrengender. Wir projizieren einen Abgrund, auf den wir unweigerlich zulaufen. Jetzt noch schnell den Partner wechseln, beruflich die Kurve kriegen und ein paar Plätze auf der Welt bereisen, bevor gar nichts mehr geht.

 

Ein Gedankenexperiment

Stell dir einmal vor, keiner von uns hätte jemals seinen Geburtstag gefeiert, das Geburtstdatum wäre nie vermerkt worden und es gäbe auch sonst keine wiederkehrenden Feste, an welchen man die Zeit hätte messen können. Keine Einschulung mit sechs Jahren, sondern dann, wenn die Reife dazu da ist, keine Verbote für gewisse Altersgruppen und auch kein gesetzliches Rentenalter. Mit anderen Worten, wie alt wärst du, wenn du nicht wüsstest, wie alt du bist ?

 

Spiegelungen im Aussen

Aus der geistigen Perspektive betrachtet können wir nur altern, weil wir mit anderen Menschen in Resonanz gehen, d.h. eine Spiegelung erzeugen. Wir sind überall mit Menschen konfrontiert, die das “Altersspiel”, was im übrigen ein kollektives Gesellschafts-Spiel ist, spielen. Wir gehen damit unbewusst in Resonanz und nehmen es als Wahrheit, weil wir wahrnehmen, dass alle anderen in unserem Umfeld diese Alters-Indikatoren (Falten, graue Haare usw.) ebenfalls spiegeln. Um damit konform zu gehen, lassen wir uns darauf ein und bauen den physischen Körper dementsprechend um. Das betrifft unter anderem auch Krankheiten, die man ab einem bestimmten Alter zu haben hat (wie z.B. Alters-Weitsichtigkeit). Und dank unserer Medien bekommen wir diese Indoktrinationen jeden Tag aufs neue vor Augen geführt.

 

Krankheit als Legitimation

In unserer konstruierten Gesellschaft ist Krankheit immer noch ein Zustand, für welchen es absolut kein Gegenargument gibt. Deshalb ist Kranksein, aus einer neutralen Perspektive betrachtet, auch so machtvoll. Wer krank ist, kann nicht arbeiten gehen und ist von allen sogenannten Verpflichtungen entbunden. Wer krank ist, hat den Anspruch, dass sich alles nur um ihn und seine Krankheit dreht, denn er/sie ist ja schliesslich krank. Und zu guter letzt, wer krank ist, hat das Recht, die Erde legitim zu verlassen. An Altersschwäche sterben leider die wenigsten und das Leben selbst zu beenden, weil man vielleicht einfach genug gelebt oder keine Lust mehr hat, ist ein Tabu. Krankheit im Alter kann also die Legitimation verkörpern, auf der Erde legal und konform auszuchecken. Oftmals wird Krankheit aber auch dazu benutzt, sich im Alter mehr um sich selbst zu kümmern und sich damit eine Besonderheit zu geben, weil man sonst nichts mehr hat oder nicht weiss, was man noch tun soll. Krankheit hat dann die Funktion, andere um sich zu scharen und dabei selbst im Mittelpunkt zu stehen.

 

Die Schöpferperspektive

Wie wir bereits gesehen haben, ist es auf körperlicher Ebene sehr schwer zu altern. Selbst Falten sind kein Indiz, denn sie spiegeln nur einen bestimmten, über längere Zeit gehaltenen emotionalen Zustand auf der physischen Ebene (Sorgenfalten, Lachfalten, Zornesfalten usw.). Graue und ausfallende Haare sind lediglich ein Hinweis auf Stress und daraus resultierenden Nährstoffmangel, der ausgeglichen werden kann. Solange wir uns selbst voll bewusst sind (körperlich und geistig), können wir nicht altern, weil wir uns ausschliesslich im Hier und Jetzt bewegen und immer im Tun sind. Der Körper ist dadurch immer automatisch in der Regeneration, solange wir seine Signale (Nahrung, Ruhe usw.) nicht ignorieren. Umgekehrt bedeutet das, dass wir erst dann körperlich abbauen, wenn wir uns selbst keine Bedeutung mehr geben und nicht mehr wissen, warum wir hier sind und was wir tun sollen. Der Körper hat dann keine Aufgabe mehr. Gleichzeitig fühlen sich viele Menschen auf der psychischen Ebene nutzlos, weil sie in ihrem Leben immer nur für andere da waren (Familie, Arbeit) und die Erfahrung fehlt, aus sich selbst und aus innerer Freude heraus etwas zu tun und zu bewegen.

 

Selbstliebe

Wie schaffen wir es nun, uns von äusseren Faktoren soweit zu lösen, dass wir sie nicht mehr spiegeln müssen? Auf der mentalen Ebene ist es hilfreich zu erkennen, dass das, was andere oder die Medien uns zeigen und spiegeln, für uns nicht gelten muss.
Auf der körperlichen Ebene geben wir dem Körper alles, was er braucht. Können wir aus bestimmten Gründen seinen Bedürfnissen nicht nachkommen, tun wir das in Liebe und bleiben dabei mit uns selbst in Kommunikation. Wenn wir also ein aktuelles Ruhe-Bedürfnis übergehen müssen, weil unser Kind uns gerade braucht, geben wir dem Körper das Signal, dass wir seine Präsenz jetzt benötigen und die Ruhepause nachholen, sobald es möglich ist. Wenn wir dabei in der Liebe zu uns selbst bleiben, erzeugen wir keinen Stress und keinen Widerstand. Stress führt auf physischer Ebene über längere Zeit immer zu Zwangspausen (Burnout, Krankheit), um uns daran zu erinnern, unsere Bedürfnisse nicht zu ignorieren.

Auf der emotionale Ebene sind wir so verliebt in uns selbst, dass das einfache “nur da-sein” bereits höchste Freude für uns ist, ohne dass wir etwas dafür leisten müssen. Wir werden uns gewahr, das wir die Schöpfer unserer physischen Erscheinungsform sind und wir diese mit absoluter Perfektion kreiert und ausgestattet haben. Wir ziehen dann jeden Tag unsere schönsten Kleidungsstücke an und erfreuen uns an allem, was schön ist, weil wir damit die Liebe zu uns selbst nach aussen stahlen lassen. Ohne diese Selbstliebe sind wir immer auf der Suche nach Spiegelungen im Aussen, weil wir meinen, wir seien nicht gut genug, nicht schön genug, nicht wertvoll genug oder zweifeln an unserer Daseins-Berechtigung und unserer Einzigartigkeit. Wir haben dann kein Vertrauen in die Intelligenz unseres Körpers und meinen, dass nur jemand oder etwas im Aussen unseren Körper “reparieren” kann. Durch das Verliebtsein in uns selbst brauchen wir keine Bestätigung mehr von anderen Menschen. Wir sind selbst die Besonderheit und erkennen dadurch die Besonderheit und Einzigartigkeit in allen anderen Menschen und Dingen. Für unseren physischen Körper ist dies allein schon höchste Freude. Und wenn wir dann noch freudig ins Tun gehen, dann brauchen wir uns um “Anti-Aging” keine Gedanken mehr zu machen 😉

„Viele werden keine achtzig, weil sie so lange vierzig geblieben sind“ (Heinr. Welz)