Wassermannzeit2

Das Wassermannzeitalter (Teil 2)

 

Wie wir bereits gesehen haben, dreht sich im Wassermannzeitalter alles um Gleichberechtigung, Vernetzung, Alternativen und Teamwork. Es scheint offensichtlich, dass wir unsere Egoperspektive endlich ablegen dürfen, um vom Ich zum Wir zu gelangen. Doch stimmt das wirklich ?

 

 

Das Ego ist an allem schuld

 

Wenn wir ein Team oder eine Gemeinschaft genauer untersuchen, werden wir feststellen, dass sich dort ein bunt zusammengewürfelter Haufen an Menschen tummelt. Jeder trägt mit seinem Teil an Einzigartigkeit und Besonderheit dazu bei, dass etwas grösseres entstehen kann. Der Glaube, wir müssten unser persönliches Ego ablegen, sonst könne keine Gemeinschaft entstehen, ist ein altes Relikt aus dem Fischezeitalter, wo es noch darum ging, uns in eine (Gesellschafts-)Struktur einzuordnen. Je weniger Ego wir hatten, ein desto besserer Mensch waren wir.

 

Durch den Wegfall der Hierarchien können wir nun unsere Einzigartigkeit und Besonderheit ohne alte Schuldgefühle ausleben und nach aussen in die Welt tragen. Ein Ego-Trip à la “ich bin etwas Besseres als du” wird daher sehr schnell an Grenzen stossen oder einfach ins Leere laufen.

 

– Ein zufriedenes Ego sagt: Ich möchte der Beste sein, der ich sein kann.
– Ein unzufriedenes Ego sagt: Ich möchte besser sein als die anderen.

 

 

Besonderheit

 

Um unsere Besonderheit wahrzunehmen, ist es manchmal notwendig, mit ein paar alten Mustern aufzuräumen.

 

– Ich möchte mich entwickeln. Dazu muss ich einen (vor-)bestimmten Weg gehen.
Diese Gedanken implementieren, dass wir unvollkommen oder mit einem Mangel auf die Welt kommen und viel Energie aufwenden müssen, um irgendwann ein bestimmtes Ziel oder einen Zustand zu erreichen. Tatsächlich tragen wir, von der Schöpferperspektive aus betrachtet, bereits alle Frequenzen und Fähigkeiten in uns, wir haben sie nur (noch) nicht freigeschaltet. Was “ent-wickelt” werden soll, muss vorher eingewickelt worden sein. Mit anderen Worten, es ist alles schon da, wir müssen uns nur daran erinnern, welche Fähigkeiten wir nutzen wollen.

 

– Der Geist herrscht über die Materie. Deswegen muss ich mich vor allem geistig entwickeln.
Mit dem Wegfallen der Hierarchien befindet sich alles auf einer Ebene, das betrifft auch Körper und Geist, die dadurch in permanentem Austausch zueinander stehen. Wenn wir von uns denken, wir wären nur geistig, vernachlässigen wir unseren Körper und damit den Ausdruck unserer Besonderheit im Physisch-Materiellen. Kinder machen sich kaum Gedanken um ihren Geist. Sie setzen, wenn man sie lässt, alles sofort in die Materie um.

 

– Ich bin nicht intelligent genug, ich kann nichts, hab nichts gelernt und muss für andere da sein.
Wir schauen mehr auf die anderen, als auf uns selbst. Wir vergleichen uns mit ihnen oder entwickeln ein Gefühl von Konkurrenz. Auch wenn viele Menschen das Gleiche tun, unterscheiden sie sich dennoch voneinander, nämlich in der Art und Weise, wie sie es tun. Meinen wir, uns ständig nur um andere und deren Angelegenheiten kümmern zu müssen, halten wir sie damit klein und erlauben ihnen keine Eigenständigkeit und Kompetenz.

 

– Ich muss erst meine Vergangenheit bereinigen, um Frieden in der Gegenwart zu finden.
Die Vergangenheit können wir nicht mehr ändern und die Zukunft hat noch nicht begonnen.
Erlauben wir vergangenen (leidvollen) Erfahrungen, Einfluss auf unser Leben zu nehmen, erheben wir sie zu etwas Grösserem, als sie sind. Dadurch befinden wir uns jedoch in einer Abwärtsspirale ohne Zukunft, in der das Vergangene (auch im karmischen Sinne) immer grösser sein wird. Indem wir uns ständig damit beschäftigen, fliesst unsere Energie in diese Richtung und steht uns für die Freude an uns selbst nicht mehr zur Verfügung. Auch wenn wir die Vergangenheit “bereinigt” haben, wird sie immer ein Teil von uns sein, denn wir tragen immer alles zu jeder Zeit in uns.

 

Wenn ich etwas eigenständiges mache, gehöre ich nicht mehr dazu.
Der Verlust der Zugehörigkeit ist eine der grössten Ängste, weil wir dabei (scheinbar) von anderen getrennt werden und erst einmal alleine da stehen. Um dies zu vermeiden passen wir uns an, an familiäre Strukturen, Werte, die vorgeben, etwas “wert” zu sein oder an gesellschaftliche oder berufliche Strukturen, die uns ein Gefühl von Sicherheit vermitteln sollen. Wir überprüfen dabei nicht, ob diese Normen und Vorgaben auch unsere eigenen Wünschen entsprechen. Das zu tun, was uns am Herzen liegt, ist ein tiefer Ausdruck der Liebe zu uns selbst.

 

– Um etwas Besonderes zu sein, muss ich auch etwas besonderes leisten.
Die meisten von uns knüpfen Besonderheit und Einzigartigkeit an eine Leistung, eine besondere Gabe oder an Intelligenz. Nur wenn man etwas macht, was sonst kein anderer tut, ist man einzigartig. Betrachten wir unseren menschlichen Körper, ist dieser für sich alleine schon eine Besonderheit, mit Formen, Funktionen und einer Ausstrahlung, die keinem anderen menschlichen Körper gleicht. Lediglich die (Schul-)Medizin versucht uns immer noch zu “normieren”.

 

Die Wertschätzung für den eigenen Körper, den wir selbst erschaffen haben und mit dem wir tief verbunden sind, drückt die Liebe zu uns selbst aus. Ich bedanke mich jeden Tag bei meinem Körper für sein “Da-Sein”. Mit unserem Körper haben wir uns die Möglichkeit geschaffen, hier im Physisch-Materiellen zu wirken und Gefühle zu empfinden. Er ist zugleich unser Werkzeug, mit dem wir unsere Liebe zu uns selbst nach aussen sichtbar werden lassen, wenn wir das tun, was wir lieben. Indem wir uns selbst wertschätzen, können wir auch alles andere im Aussen wertschätzen. Wir hadern dann nicht mehr damit, dass alles “zu teuer” sei oder wir uns erst etwas “verdienen” müssen (indem wir “dienen”). Wir dürfen dabei sogar in uns selbst verliebt sein und uns toll finden. Unsere Selbstliebe wird dabei nach aussen strahlen und sich in anderen Menschen spiegeln. Wir entdecken dabei die Besonderheit auch in anderen Menschen und erfreuen uns daran. Wenn wir dann z.B. in einen Blumenladen gehen, werden wir in jeder Ecke des Ladens die Liebe des Blumenhändlers zu seinen Pflanzen spüren können und mit Freude dort einkaufen. Mit der Liebe und der Wertschätzung für unsere Besonderheit können wir unendlich viel kreative Energie umsetzen und in der Aussenwelt sichtbar werden lassen. Und wir können sicher sein, dass wir damit auch ganz sicher “gesehen” werden..